Über meine Kunst

Zur Entwicklung meiner Kunst

In den zurückliegenden Jahrzehnten der 70er und 80er Jahre gab es bei Begrüßungen mit Bekannten und Freunden oft die flapsige Bemerkung: „Na, was macht die Kunst?“. Damals wurde wohl eher die Kunst des Lebens oder jene, es zu leben, gemeint und abgefragt.


Später, als einige von allen wussten, dass ich mich neben dem Lehrerberuf und meinem Engagement für den Tennissport auch mit Kunst beschäftigte, zeigte diese Frage dann Nähe und Vertrautheit.


Nach vielen Jahren hatte sich durch diese Beschäftigung mit der Kunst ein großer Vorrat an Notizen, Skizzen und Aufzeichnungen in Kalendern, Büchern und auf den, in Zettelkästen zusammengefassten Zettelchen angesammelt. Dazu kam noch eine riesige Zahl von Seiten in einer Vielzahl von DIN A4 Ordnern, in denen ich all jene Bilder, von Briefmarkengröße bis zum DIN A4 Format, kontinuierlich gesammelt hatte, die mir tagtäglich in Zeitungen, Zeitschriften, Werbungen und in sonstigen Printmedien begegneten und als sammelwürdig erschienen.

 

Auch gab es einige realisierte Werke/Arbeiten, die zum Teil – meinem Perfektionsdrang geschuldet – auch schon gleich in oft mehrere Zentimeter tiefe Galerieleistenrahmen gesetzt waren und auch dementsprechenden Stauraum benötigten. Kurzum, ein weiterer Kellerlagerraum wurde angemietet. Nicht gleich, aber irgendwann doch, stellte ich mir die Frage, ob diese Miet-Ausgabe neben den anderen Ausgaben: Rahmungen, Kartons, Büttenpapiere, Stifte und Farben nicht einen ernsthafteren Umgang mit meinem Werk hin zu einer Veröffentlichung verlangten.


Da ich vor circa drei Jahren meine Idee um die Tage(s)bilder so verfeinert hatte, dass ich sie zwar als gut befand, doch auch erkannte, dass ihre Realisierung so zeitintensiv sind, dass ich das, was ich darüberhinaus gedacht und in Ansätzen konzipiert hatte - selbst bei einem optimistischen Zukunftsverständnis - für meine Kunst und ihre Gestaltung kaum würde fruchtbar machen können. Nicht zuletzt der Blick auf die riesige Anzahl an Bildern aller Themenbereiche, Arten und Sorten, die in meinen Ordnern gesammelt sind und die ich auch heute noch fast täglich erweitere, bestärkte mich in meinem Entschluss, neue Bereiche für meinen Vorrat an Kunstideen zu erschließen.


So widmete ich mich etwa ab 2006 jenen Bereichen meines künstlerischen Interesses, die mir über die Jahre eher nur zugefallen und kurz notiert und skizziert worden waren und die sehr oft, zumindest anfänglich, noch Bezug zu den Tage(s)bildern hatten.


Doch mehr und mehr isolierte ich den Bereich der Tage(s)bilder-Konzeption von diesen neuen Ideen. So entstanden innerhalb der letzten Jahre ein ganzes Bündel von Vorstellungen für neue Bilder, Bilderserien, Themen und Themenreihen bis hin zu dem, was ich als in sich logisch und geschlossen einschätze und deshalb als Konzept bezeichnen möchte.


Allerdings habe ich von diesen neuen, zum Teil sehr lange schon in mir ruhenden Gedanken und Ideen nur sehr wenig verwirklicht. Will es mit den Vorgängen von Zeugung, Schwangerschaft und Geburt vergleichen: die Zeugung ist erfolgt. Dann wuchs die Kunst im Schoß/Leib/Schutz meiner Wohn- und Arbeitsumgebung heran, um durch diesen Internetauftritt – so wie ein Neugeborenes das Licht der Welt – das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Kind und Kunst haben sozusagen den ersten Schritt ins Leben gemacht, doch der ist bekanntermaßen nicht das Ende von Entwicklung.


Das hier auf meiner Internetseite vorgestellte Werk ist – um in diesem Bilde zu bleiben – eine Art Geburt und dokumentiert eher jene frühere Zeit, in der ich mit den Gedanken, Themen und Ideen schwanger ging, ohne jedoch ebenso entschieden jene Öffentlichkeit zu suchen, die nötig ist, um von ihr wahrgenommen zu werden. So will ich meine hier vorgestellte Präsentation als eine Art Retrospektive meiner bisherigen grundlegenden Arbeiten und Werke charakterisieren.


Genau genommen habe ich hier die Vergangenheit meiner künstlerischen Bemühungen zusammengefasst, um nun – auch ein wenig überraschend für mich selbst - zu erkennen, dass eben diese künstlerische Vergangenheit ein  Fundament für meine künstlerische Zukunft ist.

 

Um zum Beginn dieser Einleitung zurückzukehren: hatte mich ja an die Begrüßungsfrage erinnert „Was macht die Kunst?“. Konkrete Antworten weiß ich heute nicht mehr, doch vermutlich so was von: „gut!“ bis: „sehr gut!“ oder „Toll!“.


Heute jedoch kann ich auf die Frage: „Was macht die Kunst?“ auf die Internet-Retrospektive verweisend antworten: „DAS“.

Fundamente

Meine Kunst...

... ist bemüht, die für meine geplanten Bilder ausgewählten Trägermaterialien wie Papier, Karton (Abb.), Bütten, Stoff, Sperrholz (Abb.), Metall, Glas, Kunststoff, Wellpappe (Abb.) und andere als Bestandteil in einigen Teilbereichen der Bildoberflächen der Bilder selbst erscheinen oder durchschimmern zu lassen und so das eigentlich doch nur Trägermaterial zum Teil des Bildes selbst werden zu lassen.

 

… stellt Inhalte und Bedeutungen durch die Verwendung von Sprache dar, die ich in ihrer materialisierten Erscheinungsform von Schriftzeichen und sich daraus bildenden Begriffen und Texten, aber auch Ziffern, in meine Bilder einbringe und sie dann dort künstlerisch so behandle, als seien sie ein Ab-Bild des Gegenstandes, der Person oder der Sache, die sie doch nur bedeuten.

… verbindet meine Werke mit von mir als passend erachteten Präsentationsformen und -arten, wie Rahmungen vielerlei Erscheinungsformen (Abb.),

Glasvitrinen (Abb.), Acryl- und Glaskästen (Abb.) oder Gläsern, über Regale, Stelen und Podeste bis hin zu Gestellen und Gerüsten. Erwarte mir durch diese Verbindung des

eigentlichen Kernwerkes mit seiner ihm zugedachten Präsentation eine Annäherung an das, was ich als das Gesamtwerk bezeichnen möchte, an dem die Präsentation nun selbst künstlerischen Anteil hat.